Die Wasseraufbereitung

Grundsätzlich könnte man das Leitungswasser unbehandelt für das Aquarium benutzen. Allerdings gibt es einige Faktoren, die das Leitungswasser ungünstig für das Aquarium beeinflussen können :

Leitungswasser steht unter Druck. Unter Druck können mehr Gase im Wasser gelöst sein als in offenem Wasser.
Das sieht man sofort nach dem Wasserwechsel, wenn an Pflanzen und Fischen Gasperlen sichtbar werden. Genau wie bei einer Wasserflasche die man öffnet.
In Gegenden mit Kalkhaltigem Wasser gelangt bei jedem Wasserwechsel enorm viel Kalk ins Wasser . Dadurch müsste sehr viel CO2 zugeführt werden.
In ländlicheren Gegenden gibt es oft kleine , regionale Wasserwerke, die die Gegend mit Wasser versorgen. Durch die umliegende Landwirtschaft gelangt sehr viel Dünger in das Wasser, der nur ungenügend entfernt wird. Das gleiche gilt für Insektizide !
Viele Wasserwerke setzen viel Chlor zur sterilisation zu.
Zum ausgasen des Chlors wird das Wasser oft mit Sprühnebelanlagen versprüht. Dadurch werden aber auch alle anderen Gase , wie Kohlendioxid ausgetrieben.
Zu guter Letzt gibt es da auch noch die alten Wasserrohre aus Blei und neuere aus Kupfer. Beides löst sich im Wasser auf und kommt bei uns als extrem giftige Fracht aus dem Wasserhahn.
Wen das alles nicht betrifft, der kann beruhigt das Leitungswasser ins Aquarium laufen lassen ohne es aufzubereiten. Mich betreffen aber allerhand Punkte. Und deshalb meine grundsätzliche Empfehlung zur Aufbereitung des Aquariumwassers für ein bepflanztes Gesellschaftsbecken ohne besondere Anforderungen für Zucht oder Massenhaltung :

Das Wasser vor dem Einfüllen mit der Duschbrause in Eimer oder in die Badewanne laufen lassen. Dadurch entweicht der Überdruck und das Wasser perlt nicht mehr.
Sehr Kalkhaltiges Wasser mit über 18° GH nur für Fische nutzen, die aus Kalkhaltigen Gewässern stammen. Sonst mit Osmoseanlage oder Ionentauscher entkalken.
Im Sommer die hohen Giftwerte durch Düngung und Chlor mit guten Aufbereitern, wie Duplagan oder Tetra Aquasafe in doppelter Menge verringern. Diese Mittel binden Schwermetalle und Chlor und sie enthalten Stoffe, wie Creme, die die Haut der Fische schützen. Das merkt man auch bei Überdosierung, wenn man einen Arm reinhält. Das fühlt sich wie eingecremt an.
Sehr weiche Wasser mit GH-und KH-Bildner aufbereiten, damit die notwendigen Stoffe zumindest in den benötigten Mindestmengen enthalten sind.
Zusätzlich empfehle ich die Zugabe von Vitaminpräparaten bei Fütterung mit Gefrierfutter. Trockenfutter wird allerhand Vitamin zugemischt, aber Gefrierfutter enthält oft zuwenig. Ausserdem leben unsere Fische aufgrund der Enge und anderer Faktoren oft unter Stress und verbrauchen so mehr Vitamine, die wir ihnen zusätzlich geben sollten.