Natürliche "Weichmacher"!
Viele Aquarienfische leben in Biotopen mit weichem Wasser. Daher muss ihnen auch weiches Wasser geboten werden. Nun kann man das über den teureren Weg tun, indem man entsprechende Wasseraufbereiter oder gar eine Umkehrosmoseanlage kauft oder man kann das Resultat mit natürlichen Mitteln erreichen. Kein Aquarianer, der viele Fischarten in vielen Aquarien pflegt, wird den Kauf von einer Umkehrosmoseanlage umgehen können. Die folgende Methode ist sehr effektiv und eignet sich für "Normalaquarianer", die nicht mehr als 5 normalgrosse Aquarien haben. Wie gesagt lohnt es sich für Profis nach wie vor eine Umkehrosmoseanlage zu kaufen.

So funktioniert es
Schwarztorfgranulat ist im Fachhandel erhältlich oder man kann es sich selber aus einem Moor besorgen, sofern das erlaubt ist. Der im Handel gekaufte Torf ist zwar leistungsfähiger, dafür aber teurer. Ich empfehle, grössere Mengen Torf aus einem Moorgebiet zu beschaffen, erstens ist das gratis und zweitens muss man alle paar Jahre einmal eine richtige Ladung holen. Dieser Torf muss aber vor Gebrauch sorgfältig ausgewaschen werden. Schwarztorfgranulat ist faserig, daher sollte man beim Auswaschen sorgfältig umgehen. Schwarztorfgranulat senkt die Härte des Wassers über eine lange Zeitspanne erheblich.
Erlenzäpfchen können das Wasser auch enthärten. Sammeln Sie im Winter Erlenzäpfchen und lassen Sie diese austrocknen, sonst ist der Enthärtungseffekt kleiner. Der Vorrat muss für ein ganzes Jahr reichen. Auch im Frühling können Sie noch die unter Schwarzerlen zu Boden gefallenen Erlenzäpfchen sammeln. Schwarzerlen finden Sie auf feuchten Waldböden, an Waldrändern und vor allem im Uferbereich von Bächen und Flüssen. Seine Rinde ist dunkel und relativ glatt, die Blätter sind rundlich. Die Samenzäpfchen wachsen in Traubenbündeln heran. Erlenzäpchen werden direkt in das Wasser gegeben und müssen jeden Monat ausgewechselt werden. Eine Handvoll senkt die Härte eines 100l- Aquariums innerhalb von wenigen Tagen erheblich, obwohl der pH- Wert unverändert bleibt. Aber Erlenzäpfchen werten ein ein Aquarium optisch auch stark auf, das Aquarium sieht natürlicher aus.

Nebeneffekte
Die abgegebenen Gerbstoffe schützen die Schleimhaut der Fische gegen Bakterienbefall. Auch Fischlaich ist in diesem bakterienfeindlichen Milieu auf natürliche Weise geschützt. Die leichte Gelbfärbung des Wassers vermittelt den Eindruck natürlichen Schwarzwassers und dämpft das Licht, was nicht nur viele Fischarten aus solchem Wasser schätzen, sondern daneben auch noch die Farben mancher Arten besonders gut zur Geltung bringt. Die abgegebenen Steroidhormone können zur Fortpflanzung stimulieren. Im mit Erlenzäpfchen besetzte Aquarien haben Algen keine Chance!