Die Aquarienbeleuchtung

Lampentypen:

1. Leuchtstofflampen.
Ihre Leuchtkraft richtet sich stark nach dem Reflektor (Leuchtkasten). Ideal wäre ein verspiegelter Leuchtkasten oder wenigstens einer, der innen weiß ist. Steht nur ein innen dunkler Leuchtkasten zur Verfügung, kann man in diesen leicht Alufolie einkleben, Das verbessert die Lichtausbeute um bis zu 50%. Einige Leuchtstofflampen gibt es auch in verspiegelter Ausführung zu kaufen.
Die Brenndauer der Leuchtstofflampen liegt bei ca. 5000-7000 Std., während dieser Zeit nimmt die Lichtintensität aber ständig ab. Deshalb müssen Leuchtstofflampen bei zwölf- bis sechzehnstündiger Brenndauer täglich nach spätestens einem Jahr ausgewechselt werden.
Wundern Sie sich nicht, wenn Ihre Pflanzen im Licht einer ausgedienten Leuchtstofflampe kümmern. Nach bereits sechs Monaten Brenndauer sind nur noch 50% der ursprünglichen Leuchtkraft vorhanden.
Leuchtstofflampen sind jedoch wegen ihres sparsamen Stromverbrauches, der geringen Wärmeentwicklung und der recht gleichmäßigen Ausleuchtung eines Aquariums allen anderen Lichtquellen vorzuziehen.

Die Lichtfarbe

Die vor etwa 25 Jahren aufgekommenen violetten Pflanzenlichtlampen vermitteln dem Betrachter einen schaurig-schönen bis kitschigen Eindruck der Unterwasserwelt. Besonders rote Fische sehen sehr eindrucksvoll knallrot aus.
Diese Lampenfarbe (Grolux, Silvania 77) ist für sich allein als Aquarienbeleuchtung wenig geeignet, zumindest nicht für guten Pflanzenwuchs. Schmieralgen wachsen dagegen prächtig. Diese Leuchtstoffröhren lassen sich jedoch wegen ihres hohen Rot- und Blauanteils im Lichtspektrum vorteilhaft mit Tageslichtröhren (Farbe 15, 22 und 25) kombinieren. PAFFRATH empfiehlt die Lichtfarben 36, 39 und die neue True-Lite-Röhre. Außerdem sind OSRAM 41, PHILIPS 82 und Triton empfehlenswert.

Beleuchtungsstärke (Lichtmenge)

Diese ist abhängig von der Art der Pflanzen, die wir pflegen wollen, von der Beckengröße, vom Lampentyp und vom Standort. Gehen wir zunächst vom Normalfall aus:
Becken: 60 x 30 x 24 cm; Standort: weit vom Fenster entfernt; Lampenart: Leuchtstoftröhren; Pflanzen: schnellwüchsige Arten.
Nach der Formel (PAFFRATH): 1 Watt auf 2 Liter Beckenvolumen benötigen wir für das 40-l Becken ca. 20 Watt Lichtstärke bei Leuchtstofflampen.
Es gibt zwar 20 Watt Leuchtstoffröhren, aber die sind 59 cm lang - also wegen der Fassungen zu lang für das von uns gewählte 60 cm Becken. Die nächst kleinere Lampe ist eine 13 Watt Röhre von ca. 52 cm Länge. Hiervon nehmen wir zwei Stück und haben damit 26 Watt, was etwas mehr ist als geplant. Aber mehr Licht ist besser als zu wenig, Die Lichtintensität von Leuchtstoffröhren nimmt ohnehin innerhalb weniger Monate ab.
Die Berechnung der Lichtmenge nach der vereinfachten Formel:
1 Watt auf 2l Wasser bezieht sich auf Becken mit max. 50 cm Höhe.
Alle Formeln und Tabellen treffen in Ausnahmefällen und besonders für den eigenen Fall manchmal nicht zu. Deshalb werden hier für den Interessierten noch einige zusätzliche Hinweise gegeben :
Die Lichtmenge mißt man in Lux.
1 Lux ist die Lichtmenge, die eine Lichtquelle von 1 Watt auf einer 1 Meter entfernten 1 qm großen weißen Fläche erzeugt.
Das tropische Tageslicht hat bis zu ca. 100 000 Lux, gemessen am Mittag ohne Wolken.
Bei Bewölkung und unter Bäumen geht dieser Wert auf ca. 10 000 Lux zurück.
Je nach Wassertrübung und Wassertiefe empfangen die Wasserpflanzen dann noch Werte zwischen 50 und 5000 Lux (unter Bäumen). Im direkten Sonnenlicht können das aber auch die oben angeführten 100 000 Lux sein!
Pflanzen sind an die Lichtmenge sehr anpassungsfähig. Zuviel Licht können wir ihnen praktisch nicht bieten, wohl aber zu wenig!
Oberflächenpflanzen brauchen grundsätzlich viel Licht (ab 2 000 Lux): Eichhornia, Salvinia, Pistia, Riesenvallisnerien, Nuphar u. a. Wasserrosen, ausgenommen Wasserfarn (Ceratopterus) der mit ca. 1000 Lux auskommt.
Pflanzen des mittleren Wasserbereichs wachsen am besten im Aquarium bei 800 bis 1 800 Lux.
Bodengrundpflanzen und Cryptocorynen brauchen wenigstens 100 Lux, besser bis 250 oder sogar 300 Lux.

Die Beleuchtungsregelung

Wie zu Anfang dieses Kapitels gesagt wurde, soll die Beleuchtungsdauer täglich regelmäßig 12 -14 Stunden betragen, PAFFRATH empfiehlt sogar bis zu 16 Stunden.
Pünktlich und sicher geschieht das Ein- und Ausschalten der Beleuchtung durch eine Schaltuhr. Stellen Sie die Schaltuhr so ein, daß das Licht eine halbe Stunde vor der Morgenfütterung angeht; der Zeitpunkt des Ausschaltens kann den jeweiligen Gewohnheiten angepaßt sein. Doch sollte das Licht erst frühestens eine halbe Stunde nach der letzten Fütterung ausgeschaltet werden.
Mit dem Lichtausschalten füttern Sie gleich die Bodenfische (Welse), die oft nur während der Dunkelheit Nahrung aufnehmen. Die Schaltuhr kann auch mit einem Futterautomaten gekoppelt sein, wenn an eine derartige Anschaffung für die Urlaubszeit gedacht ist.

Dimmer

Nicht nur eine hübsche Spielerei sind Lichtstärkeregler, die allerdings für Glühlampen wesentlich einfacher einzubauen sind als für Leuchtstofflampen. Doch auch dafür gibt es Möglichkeiten. Fragen Sie am besten einen Elektriker. Die Lichtstärkeregelung zaubert am Abend gemütliche Effekte in ein Wohnzimmer.
Die tagaktiven Fische ziehen sich bei gedrosseltem Licht auf ihre Schlafplätze zurück und die nachtaktiven Tiere erwachen aus ihrem Tagschlaf. Mit Futtertabletten lockt man sie aus ihren Höhlenverstecken hervor und hat die Möglichkeit, bei abgedunkeltem Licht diese Fischarten hervorragend beobachten zu können. Ein Dimmer ist also schon eine nützliche Anschaffung.

Beleuchtung an heißen Sommertagen

Die Transformatoren der Leuchtstofflampen entwickeln eine beachtliche Wärme, die das Aquariumwasser zusätzlich aufheizen.
An Sommertagen kommt es daher häufig zu einer Erwärmung über 30°C hinaus, obwohl der Temperaturregler und damit die Heizung ausgeschaltet ist.
An solchen Tagen sollte die Beleuchtung ausgeschaltet werden, denn zu dem starken Aufheizen tritt auch eine Verknappung des Sauerstoffs im Luftraum zwischen Wasseroberfläche und Lampenkasten ein, unter welchem besonders Labyrinthfische zu leiden haben. Deshalb sollte man für eine Luftzirkulation über der Oberfläche sorgen, indem man den Leuchtkasten anbohrt : seitliche Löcher von ca. 3 cm Durchmesser haben sich am besten bewährt. Einige Leuchten sind auch bereits mit vorgestanzten Löchern versehen.
Man kann auch die Transformatoren (Drosseln) der Leuchtstofflampen aus dem Lichtkasten ausbauen, um die Wärmeentwicklung über dem Becken zu mindern.

Noch ein Wort zum Lichtbedarf:

je höher der Nitratgehalt (Verschmutzungsgrad) im Wasser, desto höher wird der Lichtbedarf einer Pflanze. Es kann also sein, daß in einem Becken eine bestimmte Pflanze bei wenig Licht wächst (Nitrat unter 1Omg/I) und in einem anderen Becken bei viel Licht nicht. Ein Düngen der Pflanze würde sie auch im letzteren Fall nicht besser wachsen lassen. Das Nitrat muß durch einen Wasserwechsel oder durch biologischen Abbau im Filter/Bodengrund heraus.